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Erasmus+ Gruppenmobilität: Grenzenlos Lernen – wenn Chemie auf Europa trifft

Herausforderungen einer nachhaltigen Umweltbildung (Challenges of sustainable environmental education)

Erasmus+ Mobilitätsprojekt der GLP Ellwangen und der HTL Dornbirn

Was passiert, wenn man acht motivierte Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Österreich, den UNESCO-Geopark Nördlinger Ries und modernste Labortechnik zusammenbringt? Es entsteht eine Woche voller Entdeckungen, wissenschaftlich-chemischem Arbeiten und gelebtem europäischem Austausch.

Vom 16. bis 22. März waren die chemisch-technischen Assistent*innen der GLP Ellwangen Gastgeber für eine Delegation der HTL Dornbirn. Ziel des Erasmus+ Projekts: Die gemeinsame Erforschung von Bodenproben und die Entwicklung innovativer Lehrmaterialien im Bereich der Bodenanalytik.

Vom Einschlagskrater ins High-Tech-Labor

Die Woche startete mit einem sprichwörtlichen „Knall“ – allerdings einem, der 15 Millionen Jahre zurückliegt. Im Rieskratermuseum in Nördlingen erhielten die Teilnehmenden dazu spannende Informationen rund um diesen Asteroiden-Impakt, seine kosmischen Hintergründe und dessen Folgen bis heute. Im Anschluss wurden im Nördlinger Ries mit wissenschaftlichen Methoden verschiedene Bodenproben für die kommenden Analysen genommen.

Die darauffolgenden Tage standen im Zeichen der Wissenschaft: In den Laboren der GLP Ellwangen herrschte Hochbetrieb. Mit nasschemischen und instrumentell-analytischen Methoden wurden die Proben aus dem Ries akribisch untersucht. Das Ziel war dabei nicht nur die Analyse an sich, sondern die Erstellung eines gemeinsamen „Bodenskripts“ – ein Leitfaden, der künftig auch anderen Schülern den Zugang zu dieser komplexen Materie erleichtern soll.

Europa erleben – In der Theorie und auf der Straße

Erasmus+ bedeutet mehr als nur Fachwissen. Es geht um die Vernetzung junger Europäer. Am Donnerstag tauschten die Gruppen die Laborkittel gegen den Stadtplan: In der Landeshauptstadt Stuttgart stand neben dem Mercedes-Benz-Museum ein Besuch im Europahaus auf dem Programm. Bei einer speziell entwickelten Europa-Schnitzeljagd durch die Stuttgarter Innenstadt bewiesen die gemischten Teams, dass Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg zum Erfolg führt.

Tiefe Einblicke und nachhaltige Ergebnisse

Den krönenden Abschluss der praktischen Arbeit bildete am Samstag eine Exkursion in das Besucherbergwerk „Tiefer Stollen“ in Aalen. Bei konstanten 11 Grad erkundeten die Schüler die Welt unter Tage – ein beeindruckender Kontrast zur modernen Laborumgebung der Vortage.

Bei der abschließenden Evaluation am Sonntag wurde deutlich, dass dieses Projekt weit über die Chemie hinausging: neben der Erweiterung der eigenen Fachkompetenzen waren und sind auch soziale Kompetenzen in der gemeinsamen Zusammenarbeit und der Weitergabe der erarbeiteten Materialien im Rahmen eines Mentorings an die Mitschüler*innen der jeweiligen Schulen gefragt. Ein Baustein echter europäischer Identität war der Austausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Chemie-Ausbildungen zwischen Vorarlberg und Baden-Württemberg.

Fazit für die Zukunft

Dieses Erasmus-Mobilitätsprojekt zeigt, wie lebendig Naturwissenschaften sein können, wenn man sie gemeinsam gestaltet. Die Kooperation zwischen der GLP Ellwangen und der HTL Dornbirn ist ein Best-Practice-Beispiel dafür, wie grenzüberschreitende Bildung den Horizont erweitert und junge Menschen auf ein gemeinsames Europa vorbereitet.

„Es war faszinierend zu sehen, wie schnell wir als Team zusammengewachsen sind – sowohl im Labor als auch bei der Schnitzeljagd in Stuttgart“, resümierte eine Teilnehmerin bei der Verabschiedung am Bahnhof Ellwangen.

Die Erasmus-Woche in Bildern:

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